Erdbebenszenarien können die Auswirkungen fiktiver Erdbeben darstellen oder aufzeigen, welche Effekte ein historisch dokumentiertes, starkes Ereignis im heutigen Kontext haben würde. Sie zeigen also auf, welche Folgen ein mögliches zukünftiges Erdbeben haben könnte. Sie sind deshalb ein zentrales Werkzeug der Erdbebenvorsorge und helfen dabei, das Erdbebenrisiko besser einzuschätzen.
Der SED hat auf seiner Webseite 59 Erdbebenszenarien veröffentlicht:
Zu den Szenarien (nationale Übersichten)
Der SED veröffentlicht für jedes Erdbeben mit einer Magnitude von 3 oder grösser eine schnelle Schadensabschätzung. Diese informiert Einsatzkräfte, Behörden und die Bevölkerung zeitnah über die zu erwartenden menschlichen und finanziellen Folgen von weiträumig spürbaren oder schadenbringenden Beben.
Die Abschätzung liefert:
Bei den angegebenen Werten handelt es sich um automatisch erzeugte Schätzungen. Sie können daher unter Umständen stark von dem tatsächlichen Schadensbild abweichen. Alle Angaben sind ohne Gewähr und vorbehaltlich Änderungen.
Nach einem schweren Erdbeben müssen sich die Einsatzkräfte rasch ein Bild der Lage verschaffen, um ihre Ressourcen gezielt einsetzen zu können. Die schnelle Schadensabschätzung hilft insbesondere in den ersten Stunden nach einem Beben, wenn viele Informationen aus dem betroffenen Gebiet noch oft fehlen.
Auch die Bevölkerung hat in solchen Situationen ein hohes Informationsbedürfnis. Obwohl grössere Schäden erst ab einer Magnitude von etwa 5 zu erwarten sind, erstellt der SED bereits ab einer Magnitude von 3 eine Schadensabschätzung. Dies ermöglicht eine regelmässige Übung des gesamten Prozesses: von der Erstellung bis zur Anwendung. Denn in der Schweiz treten Schadensbeben im Durchschnitt nur alle 8 bis 15 Jahre auf.
Für jedes erstellte Erdbebenszenario und jede schnelle Schadensabschätzung gibt es mehrere Übersichten:
Die zugrundeliegenden Daten der Szenarien und schnellen Schadensabschätzungen sind nur für kantonale und ausgewählte nationale Behörden zugänglich, weil die Zahlen mit grossen Unsicherheiten behaftet sind. Bei den zugrundeliegenden Werten handelt es sich jeweils um Perzentile 10 und 90 sowie Mittelwerte, die in csv.-Dateien enthalten sind. In diesem eLearning werden wir mit Datensätzen zweier Szenarien arbeiten.
Wichtig: Lesen Sie das «Bitte lesen Sie mich!» Dokument sorgfältig durch, bevor Sie die Werte genauer analysieren (s. Übung 2).
Folgende Werte sind gesamthaft für die ganze Schweiz, das Fürstentum Liechtenstein und pro Kanton vorhanden:
Die Werte zu den Gebäudeschäden und die Anzahl verletzter Personen sind pro Kanton sowie pro Gemeinde aufgeschlüsselt. Um die Werte für die gesamte Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein zu berechnen, müssen Sie alle Werte zusammenzählen.