Erdbebenfrühwarnung

Die Erdbebenfrühwarnung hat das Ziel, Menschen oder Maschinen vor Erschütterungen zu warnen, noch bevor diese an einem bestimmten Ort spürbar sind. Im Gegensatz zu Wetterwarnungen handelt es sich dabei aber nicht um eine Vorhersage, da das Beben bereits stattgefunden hat.

 

So funktioniert's

Aufgrund der unterschiedlichen Ausbreitungsgeschwindigkeiten von P- und S-Wellen sowie der schnellen Datenübertragung mit Lichtgeschwindigkeit können gefährdete Gebiete ab einer gewissen Entfernung zum Beben gewarnt werden, bevor die Erschütterungen eintreten. Die Vorwarnzeit beträgt dabei in der Regel nur wenige Sekunden.

  1. Erdbeben lösen seismische Wellen aus. 
  2. Die seismischen Stationen registrieren als erstes die schnelleren Primärwellen (P-Wellen).
  3. Diese Information wird sofort an ein Datenzentrum übermittelt und ausgewertet.
  4. Werden stärkere Erschütterungen erwartet, können betroffene Gebiete gewarnt werden, bevor die langsameren Sekundärwellen (S-Wellen) eintreffen. 

 

Blinde Zone

Aufgrund der Zeit, die für die Aufzeichnung und Datenauswertung benötigt wird, kann für das Gebiet direkt beim Epizentrum keine Warnung ausgesprochen werden (Blinde Zone).

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Mögliche Umsetzung in der Schweiz

In einigen Ländern gibt es bereits Erdbebenfrühwarn-Systeme, zum Beispiel in Mexiko, Japan, USA, China oder Rumänien.

In der Schweiz und dem grenznahen Ausland ist alle 50 bis 150 Jahre mit einem Beben mit einer Magnitude von etwa 6 zu rechnen.

Bei Erdbeben dieser Stärke ist ein Frühwarnsystem besonders effektiv, weil Schäden auch in weiter entfernteren Gebieten auftreten, die von einer Warnung profitieren können. Die in der Schweiz vorhandene Infrastruktur ist grundsätzlich für Erdbebenfrühwarnung geeignet, müsste aber entsprechend erweitert werden.